Mac OS X auf dem PC
Mac OS X auf dem PC
Schon lange wollte ich Mac OS X einmal ausprobieren. Ohne eigenen Macintosh ist das aber nicht so einfach. Letzte Woche habe ich PearPC entdeckt und auf meinem PC installiert. Jetzt kann ich endlich meine erstellten Webseiten auch auf Mac OS X testen.
Für meine Installation bin ich nach der PearPC-Anleitung von Aaron Emon vorgegangen. Eine gute deutsche Anleitung gibt es auch bei PearPC.net. Auf diesen Seiten findet man alles Wichtige zur Installation von PearPC sowie weiter führende Links.
Bei der Installation der virtuellen Netzwerkkarte (TAP-Win32-Adapter von OpenVPN) bin ich auf ein Problem gestoßen, das viele andere auch treffen wird. Der TAP-Win32-Adapter richtet ein virtuelles Netzwerk mit der IP-Adresse 192.168.0.0/24 auf dem PC ein und vergibt automatisch IP-Adressen aus diesem Netzwerk. Falls für das lokale Netzwerk des PCs die gleichen Netzwerkadressen benutzt werden, funktioniert nichts mehr weil die richtige Routen nicht mehr gefunden werden. Viele DSL-Router benutzen aber genau dieses Netzwerk in Ihrer Grundeinstellung. Die Lösung: Die virtuelle Netzwerkkarte und das installierte Mac OS bekommen fixe IP-Adressen aus einem anderen Netzwerk zugeteilt. Zum Beispiel 192.168.100.1 für den PC und 192.168.100.2 für den Mac. Als Standard-Gateway wird bei Mac OS X die TAP-IP-Adresse des PCs eingetragen, in diesem Beispiel also 192.168.100.1. DNS-Server auf Mac OS X ist der gleiche, den auch der PC benutzt. Die Anpassungen beim TAP-Win32-Adapter müssen vor dem Start von PearPC vorgenommen werden. Jetzt funktioniert alles wie gewünscht.
Für die Installation von Mac OS X muss man ein paar Stunden einplanen. Der Rechner kann in dieser Zeit auch nicht für andere Aufgaben benutzt werden. Die Anforderungen an die Hardware stellen für aktuelle Rechner kein Problem dar. 512 MB Arbeitsspeicher sollten es aber schon sein. Mac OS X bekommt davon 256 MB, den Rest braucht Windows XP. Bei mir läuft es auf einem zwei Jahre alten Pentium 4 mit 2,53 GHz und 512 MB RAM zwar langsam aber noch gut bedienbar. Auf besser ausgestatteten Systemen macht das aber sicher mehr Spaß. Ich beende die meisten XP-Programme, damit möglichst viel Rechenleistung für Mac OS X übrig bleibt. Vor Allem Festplattenzugriffe sollten so selten wie möglich auftreten. Deutliche Verbesserung bringt hier auch das Defragmentieren der Festplatte, das am Besten schon vor der Installation erfolgt.
Auch bei Mac OS X sollten alle nicht benötigten Dienste, zum Beispiel die Druckdienste, beendet werden. So lange Mac OS X mit dem vorhandenen Speicher auskommt läuft alles rund. Wird der Arbeitsspeicher knapp und Mac OS X muss Seiten auslagern sinkt die Geschwindigkeit deutlich.
Insgesamt ist PearPC eine tolle Lösung, besonders wenn man den niedrigen Entwicklungsstand (Version 0.3.1) berücksichtigt. Wer sich näher über Mac OS X und PearPC informieren möchte, dem empfehle ich meine Mac-Linkliste bei del.icio.us.
